IWF rechnet mit Phase sehr geringen Wachstums der Weltwirtschaft

Washington () – Der internationale Währungsfonds rechnet für die kommenden Jahre mit einem äußerst niedrigen Wachstum der Weltwirtschaft. “Wir gehen davon aus, dass das globale Wachstum in den nächsten fünf Jahren bei etwa drei Prozent liegen wird – unsere niedrigste mittelfristige Wachstumsprognose seit 1990 und deutlich unter dem Durchschnitt von 3,8 Prozent der letzten zwei Jahrzehnte”, sagte die geschäftsführende Direktorin des Währungsfonds, Kristalina Georgieva, am Donnerstag bei einer Rede in Washington.

Das geringe Wachstum mache es “noch schwieriger, die Armut zu verringern, die wirtschaftlichen Wunden der Covid-Krise zu heilen und neue und bessere Chancen für alle zu schaffen”. Für 2023 rechnet der IWF mit weniger als drei Prozent weltweitem Wirtschaftswachstum, nachdem die 2021 begonnene Post-Corona-Erholung durch den russischen Angriffskrieg abgewürgt worden war: Die Wachstumsrate fiel 2022 von 6,1 auf 3,4 Prozent. Als Weg aus der Krise setzt Georgieva auf drei Prioritäten. Zunächst nannte sie Strukturreformen und eine Beschleunigung der digitalen Revolution.

“Allein die Schließung der Lücke bei der Erwerbstätigkeit von Frauen könnte die Wirtschaftsleistung in Ländern mit größerer Geschlechterungleichheit um durchschnittlich 35 Prozent steigern”, so die IWF-Direktorin. Als zweiten Baustein sieht sie einen “grünen Schrittwechsel”: Um das Pariser Abkommen zu erfüllen müssten Billionen Dollar in grüne Projekte umgelenkt werden. “Allein für erneuerbare Energien werden schätzungsweise eine Billion Dollar pro Jahr benötigt. Das wird sich in Form von Wachstum und Arbeitsplätzen auszahlen”, sagte Georgieva.

Zuletzt mahnte sie mehr internationale Zusammenarbeit und den Abbau geopolitischer Spannungen an. Insbesondere der Einmarsch Russlands in der Ukraine “tötet nicht nur unschuldige Menschen, sondern verschärft auch die Lebenshaltungskostenkrise und führt zu mehr Hunger in der Welt”, so die Leiterin des Internationalen Währungsfonds. “Es bestehe die Gefahr, dass die Friedensdividende, die wir in den letzten drei Jahrzehnten genossen haben, zunichte gemacht wird.”

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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